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Drehimpulserhaltung

Der Drehimpuls \( \boldsymbol{L} \) eines Teilchens ist vektoriell folgendermaßen definiert:\[ \boldsymbol{L} ~=~ \boldsymbol{r}(t) ~\times~ \boldsymbol{p}(t) ~=~ \boldsymbol{r}(t) ~\times~ m \, \dot{\boldsymbol{r}}(t) \]

Dann ist das auf das Teilchen wirkende Drehmoment \( \boldsymbol{M} \) gegeben durch:\[ \boldsymbol{M} ~=~ \boldsymbol{r}(t) ~\times~ \boldsymbol{F}(t) \]

Hinweis: Das Drehmoment \( \boldsymbol{M} \) und Drehimpuls \( \boldsymbol{L} \) beziehen sich auf den Ursprung des Koordinatensystems (damit ist gemeint, dass der Ortsvektor \( \boldsymbol{r} \) vom Nullpunkt des Koordinatensystems ausgeht). Das heißt: eine Verschiebung des Koordinatensystems ändert das Drehmoment und den Drehimpuls; im Gegensatz zum Impuls \( \boldsymbol{p} \) und Kraft \( \boldsymbol{F} \).

Bewegungsgleichung für den Drehimpuls

Dein Ziel ist es zuerst die Bewegungsgleichung für den Drehimpuls aufzustellen. Dazu betrachtest Du die in den Newton- Axiomen kennengelernte Grundgleichung der Mechanik:\[ \boldsymbol{F} ~=~ m \, \ddot{\boldsymbol{r}}(t) \]

Bilde nun das Kreuzprodukt auf beiden Seiten der Gleichung mit \( \boldsymbol{r}(t) \):\[ \boldsymbol{r}(t) ~\times~ \boldsymbol{F} ~=~ \boldsymbol{r}(t) ~\times~ m \, \ddot{\boldsymbol{r}}(t) \]Auf der linken Seite steht nun die Definition des Drehmoments \( \boldsymbol{M} \):\[ \boldsymbol{M}(t) ~=~ \boldsymbol{r}(t) ~\times~ m \, \ddot{\boldsymbol{r}}(t) \]

Wenn Du jetzt den Drehimpuls \( \boldsymbol{L}(t) \) - den wir am Anfang definiert haben - zeitlich ableitest, kommst Du auf:\[ \frac{\text{d}\boldsymbol{L}}{\text{d}t} ~=~ \dot{\boldsymbol{L}}(t) ~=~ \dot{\boldsymbol{r}}(t) ~\times~ m \, \dot{\boldsymbol{r}}(t) ~+~ \boldsymbol{r}(t) ~\times~ m \, \ddot{\boldsymbol{r}}(t) \]

Zum Ableiten wurde einfach die Produktregel angewendet, die Du als Physiker kennen solltest.

Wenn Du die Ableitung näher betrachtest, stellst Du fest, dass dort ein Kreuzprodukt mit zwei Vektoren auftaucht, die parallel zu einander sind \( \dot{\boldsymbol{r}}(t) ~\times~ m \, \dot{\boldsymbol{r}}(t) \). Deshalb verschwindet dieser Term, denn: \[ \dot{\boldsymbol{r}} ~||~ \dot{\boldsymbol{r}} ~\Rightarrow~\dot{\boldsymbol{r}}(t) ~\times~ m \, \dot{\boldsymbol{r}}(t) ~=~ |\dot{\boldsymbol{r}}|~m \, |\dot{\boldsymbol{r}}|~\sin(0) ~=~ 0 \]

Übrig bleibt also die Bewegungsgleichung für den Drehimpuls:\[ \frac{\text{d}\boldsymbol{L}}{\text{d}t} ~=~ \boldsymbol{r}(t) ~\times~ m \, \ddot{\boldsymbol{r}}(t) \]

Sie entspricht genau der rechten Seite in der Grundgleichung der Mechanik, die wir mit \( \boldsymbol{r}(t) \) erweitert haben:\[ \boldsymbol{M}(t) ~=~ \frac{\text{d}\boldsymbol{L}}{\text{d}t} \]

Drehimpuls ist erhalten, wenn Drehmomet verschwindet

An der oben hergeleiteten Beziehung zwischen dem Drehmoment und der zeitlichen Ableitung des Drehimpulses kannst Du erkennen, dass der Drehimpuls \( \boldsymbol{L}(t) \) genau dann erhalten (konstant) ist, wenn das Drehmoment \( \boldsymbol{M} (t) \) und somit auch die zeitliche Ableitung des Drehimpulses Null ist:\[ \frac{\text{d}\boldsymbol{L}}{\text{d}t} ~=~ 0 ~\Rightarrow~ \boldsymbol{L} ~=~ \text{const.} \]

Der Drehimpuls ist also in folgenden Fällen erhalten:

  1. \( \boldsymbol{r} ~=~ 0 \) - das Teilchen befindet sich im Koordinatenursprung (Nullpunkt)
  2. \( \boldsymbol{F} ~=~ 0 \) - es wirkt keine Kraft auf das Teilchen ein
  3. \( \boldsymbol{r} || \boldsymbol{F} \) - Kraft wirkt parallel zum Ortsvektor
Beispiel: SchwerkraftHier wirkt die Schwerkraft \( \boldsymbol{F}_{G} \) zum Zentrum des Bezugssystems (z.B. Mittelpunkt der Erde), also parallel zum Ortsvektor \( \boldsymbol{r} \). Der Drehimpuls ist also im Fall der Schwerkraft erhalten!
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